Karma
Karma (Sanskrit karman, "Handlung", "Werk") ist ein zentraler Begriff in indischen religiösen Traditionen — Hinduismus, Buddhismus, Jainismus, Sikhismus — der besagt, dass jede absichtliche Handlung Konsequenzen erzeugt, die zum Handelnden zurückkehren, in diesem Leben oder in zukünftigen. Es ist das "moralische Gesetz des Universums": Was du tust, kommt zurück.
Karma im Hinduismus und Buddhismus
Im Hinduismus ist Karma einer der drei Hauptströme, die die Seele im Zyklus von Samsara halten, zusammen mit Dharma (Pflicht) und Moksha (Befreiung). Die Schriften erläutern, wie Handlungen karmische "Samen" erzeugen, die in zukünftigen Leben aufblühen.
Im Buddhismus wurde der Begriff verfeinert: Karma ist keine mechanische Strafe, sondern ethische Kausalität. Es gibt keinen "strafenden Gott". Karma kann durch Praxis gereinigt werden.
Karma im westlichen New Age
Der Begriff verwestlichte im 19. Jahrhundert (Theosophische Gesellschaft) und wurde durch das New Age des 20. Jahrhunderts stark vereinfacht. Der Satz "es ist Karma" wurde zur Banalität, die christliche Schuld, Determinismus und Moralismus vermischt. Diese Sicht ist eine Verzerrung: In der ursprünglichen Tradition ist Karma dynamisch und transformierbar.